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Die wochentags leergeräumte Kirche bot Platz für verschiedene Spielecken
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Die Schlafplätze für die Mittagsruhe wurden ebenfalls im Kirchenschiff eingerichtet.
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Bei schönem Wetter konnten die Kinder auf dem Spielplatz ruhen (oben).
Für Abkühlung sorgte das Schwimmbecken. Leider mußte es dem Neubau weichen (links). Burgenbauen im Sandkasten, Da machen alle mit (unten). |
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Unserem Kindergarten blieb es nicht erspart, in den Jahren 1942 bis 1945 von der NSV (Nationalsozialistische Volkswohlfahrt), "einkassiert" zu werden? Fräulein Demmel unterstand der NSV, bekam von dort auch ihr Gehalt. "Aber der Geist blieb" . Emma Demmel hielt unverändert an Konzept und Praxis des evangelischen Kindergartens fest. Was zur gleichen Zeit in anderen nichtstaatlichen Einrichtungen, die ein ähnliches Schicksal ereilte, unmöglich schien, gelang in unserem Kindergarten tatsächlich. So brauchen wir von den 70 Jahren des evangelisches Kindergartens in Dessau-Süd diese drei Jahre wahrhaftig nicht abzuziehen!
Die erfreuliche Feststellung, dass das Konzept "Kirche und Kindergarten unter einem Dach" so aufgegangen war, hatte eine ganz wesentliche Voraussetzung: Außer der hoch engagierten Leiterin waren auch allezeit treue Mitarbeiterinnen tätig. Oftmals konnten sie auf die freiwillige Unterstützung durch einige Mütter rechnen. Eines sollte auch nicht vergessen werden: Die Bezahlung in unseren evangelischen Kindergärten lag weit unter dem Gehaltsniveau einer Kindergärtnerin bei der NSV oder später beim Staat und im Betriebskindergarten. So haben wir allen Grund, in großer Dankbarkeit an den Dienst aller unserer Mitarbeiterinnen zu denken, die "ihrem" Kindergarten unbeirrt die Treue hielten.
Im zweiten Teil der Festschrift berichtet Pfarrer i. R. Matthias Richter wie folgt über den Kindergarten :
Angefangen hatte der Kindergarten 1933 wie bereits schon erwähnt mit ganz wenig Personal und bescheidenen Mitteln. Die Mitarbeiterinnen waren für eine ganz kleine Vergütung tätig oder halfen ehrenamtlich mit. Im Haushaltsplan von 1952 war die Summe der geplanten Betriebskosten höher als die vorgesehene Gehaltssumme. Diese Relationen verschoben sich in den folgenden Jahrzehnten. Die Gehaltssumme stieg. Aber die vorhandenen Gelder reichten immer aus, gute Kindergartenarbeit mit Freude zu leisten. Dies war wichtig, denn eine wesentliche Säule für das Entstehen der Gemeinde war die christliche Arbeit mit den Kindern im Kindergarten, mit ihren Eltern ( Elternabende / Feste ) und den Großeltern. Die Gemeinde ist mit ihren Kindern gewachsen und dies war nach 1978 natürlich auch so. Die Kindergartenarbeit in der Kreuzgemeinde ist ein Stück echter guter Volkskirche bis heute. Dafür sorgen die hochengagierten Mitarbeiterinnen, die, sofern sie nicht eine Ausbildung bei der Kirche hatten, nach 1990 alle eine religionspädagogische Zusatzqualifizierung durchliefen. Heute hat der Kindergarten sechs Mitarbeiterinnen. Die Kindergartenjahresfeste, der Weihnachtsgottesdienst, die Oster- und Pfingstgottesdienste, das Erntedankfest und der Nikolaustag mit Besuch des Bischof Nikolaus sind ganz besondere Höhepunkte und bringen oft ein "volles Haus" in unserer Kreuzkirche.
Mit der Wende 1990 kamen entscheidende Veränderungen. Seitdem sind Förderung und Finanzierung unseres Kindergartens vollkommen von staatlichen Fördermitteln abhängig. Es gab bis heute 11 verschiedene neue Kindergartengesetze und Novellierungen, wie die Leiterin des Jugendamtes im Jugendhilfeausschuss am 27.05.03.mitteilte. Diese ständige Anpassung an neue Situationen verlangte von Mitarbeiterinnen, Vorsteher und Gemeindekirchenrat einen großen Einsatz und hohe Flexibilität. Die Doppelnutzung des Gebäudes für Kirche und Kindergarten wurde vom Landesjugendamt Halle am 7. Februar 1994 verboten. Unsere vorläufige Betriebserlaubnis endete am 31. August 1994. Guter Rat war teuer. Der Kindergarten wurde zwischenzeitlich durch Unterstützung des Jugendamtes (Frau Förster, Leiterin) in die Augustenstraße ausgelagert. Schnelle Planungen für einen Ersatzbau auf dem Kindergartenspielplatz begannen. Architekt Jürgen Blohm aus Bergheim, für 10 Jahre in Dessau tätig und Mitglied unserer Gemeinde, erstellte binnen 4 Tagen ein Projekt, mit dem OKR Siegfried Schulze als zuständiger Dezernent im Landeskirchenrat und ich als Vorsitzender des GKR und Vorsteher des Kindergartens zum Sozialdezernenten der Stadt Dessau, Wolfgang Focke, gingen und um Unterstützung für die Erstellung eines Ersatzbaues auf dem Gelände der Kreuzgemeinde baten.
Nach längeren Verhandlungen bekannte sich der Hauptausschuss des Stadtrates einstimmig im August 1994 zu diesem Vorhaben und das Land sagte Fördermittel zu, so dass der Ersatzbau zügig geschaffen werden konnte und am 11. Juni 1995 mit einem Festgottesdienst und Segnung der Räume in Anwesenheit vieler Gäste eingeweiht wurde.
Die traditionelle Kindergartenarbeit wurde in den folgenden Jahren um weitere Felder erweitert. Seit einigen Jahren bildet eine 3- tägige Rüstzeit auf der Öko- Domäne- Bobbe für die zukünftigen Schulkinder den Abschluss der Kindergartenzeit. Der Kindergarten bietet jetzt auch Englisch- Unterricht für die Kinder an. Im Juni 2001 arbeiteten im Kindergarten die Erzieherinnen: Veronika Dessaules, Petra Kunze, Heide Lorenz (Leiterin), Petra Schwochow und Ursula Wosch. Elke Bebber war bereits ab 1981 als Wirtschaftskraft im Kindergarten tätig.
Seit 1998 wird die Kindergartenarbeit durch einen Förderkreis unterstützt, der zur Zeit 35 Mitglieder hat und einzelne Projekte tatkräftig unterstützt. Jetzt wird diese Unterstützung für die Sanierung des Spielplatzes dringend gebraucht (Gesamtumfang: 15.000 EURO).
Drei Jubiläen wurden seit 1978 gefeiert. Zum 50- jährigen Jubiläum am 1. August 1983 feierte Emma Demmel, die erste Leiterin des Kindergartens, mit und berichtete anhand von Fotos von den ersten Anfängen der Arbeit. Damals, am Anfang gab es im Kindergarten nur einige wenige Kinderstühle. Tische wurden erst später angeschafft. Das Spielzeug für die Kinder fertigten die Eltern an Elternabenden selbst an. Der große Kirchsaal verwandelte sich dabei oft in eine Bastelwerkstatt. Ein engagiertes Mitglied unseres Frauenkreises, 1934 Kindergartenkind, zeigte zum Jubiläumsfest das von ihrem Vater damals selbst gefertigte Spielzeug: Puppenmöbel sowie ein Bilderbuch, in dem Postkarten eingeklebt waren.
Die weiteren zwei Jubiläen (60 Jahre und 70 Jahre) wurden mit einem großen Jahresfest begangen, in diesem Jahr zum 70- jährigen Jubiläum mit einem Rückblick auf die Ereignisse der vergangenen 10 Jahre. Eine Festschrift wurde erstellt.